Diese Seite drucken
Diese Seite als E-Mail senden
Die Netzhaut (Retina) ist die lichtempfindliche Schicht im hinteren Bereich des Auges. Sie sendet die Bildnachrichten durch den Sehnerv zum Gehirn. Wenn sich die Netzhaut von der darunterliegenden Aderhaut ablöst, kann diese die Netzhaut nicht mehr mit Nährstoffen versorgen. Dadurch kann die Sehkraft dauerhaft gestört werden. Auch kleine Risse in der Netzhaut können zu einer Ablösung führen.
Eine Netzhautablösung verursacht keine Schmerzen. Es kann aber plötzlich oder allmählich die Zahl von Schwebeteilchen (Flecken, Punkte, Fäden) zunehmen, die man sieht. Auch Lichtblitze im Auge sind möglich oder das Sehen einer Art Schleier im seitlichen Gesichtsfeld. Eine Netzhautablösung ist ein medizinischer Notfall. Sie sollten sofort zum Augenarzt gehen, falls eines der beschriebenen Symptome auftritt.
Es gibt drei verschiedene Formen der Netzhautablösung:
Rissbedingte (rhegmatogene) NetzhautablösungWenn sich der Glaskörper von der Netzhaut abhebt, entweder als Folge des Alterungsprozesses oder aufgrund äußerer Einwirkung, entsteht ein Zug auf die Netzhaut. Der Zug kann so stark werden, dass die Netzhaut einreißt. Dies ist die häufigste Form der Netzhautablösung.
Zugbedingte (traktive) NetzhautablösungHierbei wird die Netzhaut durch Verwachsungen oder Narbengewebe von der Aderhaut weggezogen, ohne aber einzureißen.
Durch Flüssigkeitseinlagerung bedingte (seröse) NetzhautablösungDurch entzündliche Erkrankungen oder Verletzungen entstehende Flüssigkeit sammelt sich zwischen Netzhaut und Aderhaut an.
Netzhautablösungen sind selten und kommen etwa bei 1 von 10.000 Menschen vor. Ältere und stark kurzsichtige Menschen sind im Vergleich zu jüngeren beziehungsweise normalsichtigen Menschen öfter betroffen. Verletzungen des Auges und des Kopfes können ebenso eine Netzhautablösung hervorrufen.
Laserbehandlung (Laserkoagulation)
Kleine Löcher und Risse werden mit dem Laser oder mit einer Kältetherapie (Kryoretinopexie) behandelt. Diese Verfahren werden normalerweise in der Praxis Ihres Augenarztes durchgeführt. Bei dem Lasereingriff werden rund um das Loch kleine Laserpunkte gesetzt, um die Netzhaut wieder zurück an ihre ursprüngliche Lage zu „schweißen“. Kryoretinopexie ist ein ähnliches Verfahren, das den Bereich um das Loch einfriert.
Vereisung (Kryokoagulation)
Kryokoagulation ist ein ähnliches Verfahren, das den Bereich um das Loch einfriert. Dieser Eingriff kann in der Regel ambulant in der Praxis des Augenarztes durchgeführt werden.
Im fortgeschrittenen Stadium einer Netzhautablösung ist eine Operation erforderlich, die einen stationären Aufenthalt erfordern.
Operation
Für die Operationsmethode spielen die Lage, Größe und Dauer der Ablösung sowie die Anzahl der Löcher eine wesentliche Rolle. Bei einem einzelnen Loch oder Riss wird der Augapfel im Bereich des Schadens durch eine Silikonplombe so eingedrückt, dass Netz- und Aderhaut wieder aneinander anliegen. Bei mehreren Schadstellen wird ein Silikongürtel (Cerclage) um den Augapfel gelegt. Bei schon lange bestehender Netzhautablösung oder bei Verwachsungen kann es erforderlich sein, den Glaskörper zu entfernen (Vitrektomie). Die Verwachsungen werden entfernt, und der Glaskörper wird durch Gas oder Silikonöl ersetzt, das die Netzhaut wieder an die Aderhaut drückt.
Wird eine Netzhautablösung frühzeitig behandelt, kann bei den meisten Menschen die Sehkraft wieder verbessert werden. Einige Patienten benötigen jedoch mehrere Eingriffe, um die Netzhaut wieder vollständig anzulegen.
Bitte geben sie Ihre PLZ oder Ort ein: